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Das Eheversprechen ist mitunter eines der Highlights bei einer Trauung. Eine Liebeserklärung mit Tradition, die heute individueller denn je gestaltet wird.

 

Diese drei Worte haben zwar eine immense Bedeutung, transportieren aber doch so wenig von den großen Gefühlen die ein Paar füreinander hegt. Immer mehr Paare entschließen sich daher, bei der Trauung nicht nur den Priester, Pastor oder Standesbeamten ein paar nette Worte aussprechen zu lassen. Wer seine Trauung zu etwas ganz Einzigartigem und Persönlichem werden lassen möchte, der nimmt Stift und Papier zur Hand und schreibt sein Gelübde an den Partner selbst nieder. Ein Experte auf diesem Gebiet ist Trauredner Thomas Hoffmann. Er nahm sich die Zeit, um uns mehr über den wohl schönsten und inspirierendsten Moment bei einer Trauung zu erzählen.

© Thomas Hundt
Thomas Hoffmann – Trauredner
www.trauredner.eu

Meine Empfehlungen:

  • Machen Sie das Eheversprechen zur Priorität.
  • Schreiben Sie persönlich.
  • Verwenden Sie eine klare Sprache.
  • Orientieren Sie sich gerne auch an traditionellen Versprechen.
  • Üben Sie Ihr Eheversprechen.
  • Konzentrieren Sie sich ganz auf Ihren Partner.

 

 

 

 

Inwiefern ist der Brauch des Ehe­versprechens heute noch aktuell? 
Seit über 15 Jahren arbeite ich als Trauredner für einzigartige freie Trauungen in unterschiedlichen Regionen Deutschlands. Fast alle Brautpaare haben sich für ihre Trauzeremonie ein Eheversprechen gewünscht. Das ist letztendlich der Sinn einer Trauung. Der Brauch des Eheversprechens ist demzufolge noch aktuell – allerdings stark individualisiert. So möchten sich immer mehr Brautpaare vor der förmlichen Traufrage zusätzlich noch frei formulierte persönliche Worte zusprechen. Nach diesen meist kurz gefassten Worten folgt dann die Traufrage. FAZIT: Alles kann, nichts muss. Beliebig, aber immer ehrlich, natürlich, persönlich und verbindlich.

Was macht das Eheversprechen so besonders bei einer Hochzeit? Warum sollte man sich dafür entscheiden? 
Das Eheversprechen ist ein ganz besonderer Höhepunkt der Trauung. Das Ja-Wort vor Zeugen ist das persönliche Versprechen der Liebe. Es kann zudem eine Liebeserklärung an den Partner sein. Die freie Trauung eröffnet hier seit Jahren neue Wege. Das Ja-Wort erfolgt meistens vor Zeugen, d.h. vor den Familien, Freunden und Gästen. Dieser freundschaftliche, familiäre und zwischenmenschliche Aspekt verstärkt die Bedeutung des Eheversprechens.

Wie lange vorher sollte man sich an die Ausarbeitung machen?
Manche machen sich erst einen Tag (oder eine Nacht) vorher Gedanken zu Ihrem Eheversprechen. Das ist in der Regel meist definitiv zu spät! Generell empfehle ich allerdings, sich unbedingt bereits einige Wochen oder gar Monate vor der Trauung mit seinem persönlichen Ja-Wort zu beschäftigen. Selbst, wenn ich eine klassische Traufrage wähle, sollten sich die Partner im Klaren darüber sein, was ihnen ihr Ja-Wort bedeutet und bedeuten sollte. Bei persönlichen selbst gesprochenen Versprechen ist in den meisten Fällen eine schriftliche Fixierung notwendig (Spickzettel, stichwortartig oder Fließtext).

Welche Fauxpas sollte man lieber vermeiden?
Zu lange Trauversprechen und seitenweise Text sowie problemorientierte Formulierungen. Mit Tinte handgeschriebene Texte, die unter Träneneinfluss zerfließen. Ein Fauxpas ist wohl alles, was nicht ehrlich, echt und natürlich rüberkommt, sondern aufgesetzt, steif oder unauthentisch.

 

„Das Brautpaar soll für sich den Sinn seiner Trauung entdecken, um die richtigen Worte für das Eheversprechen zu finden.“

 

Welche Rolle spielen Sie innerhalb dieser Tradition? 
Als freier Theologe und Trauredner bin ich ein persönlicher und organisatorischer Begleiter der gesamten Vorbereitung der Trauung. Dann natürlich vor allem am großen Tag selbst. Im Gesamtprozess der Vorbereitung soll das Brautpaar für sich den Sinn IHRER Trauung entdecken. Damit entdeckt es auch die Bedeutung und Inhalte seines Eheversprechens. Das ist ein Prozess und eine gemeinsame Entwicklung, die das Paar erlebt.

Ihre schönste Anekdote zum Thema? 
Es gibt viele schönste Anekdoten. Nämlich wann immer sich ein Brautpaar auf seine ganz eigene Art aufrichtig, freudig und bewegend das Ja-Wort gibt. Besonders berührend für die Gäste waren oft selbst formulierte einzigartige Worte des Bräutigams und der Braut. Es kam auch schon mal vor, dass eigene Kinder mit einbezogen wurden. Den Kindern wurde auch ein Versprechen gegeben. Besonders bewegend war es, wenn ein Partner dem (nicht eigenen) Kind des anderen Partners eine Art Liebesversprechen gibt.
Mein Rat: Machen Sie das Eheversprechen zu IHREM Ja-Wort. Oder mit Worten von J. Mariss: „Es kommt im Leben manchmal darauf an, im richtigen Moment ‘Ja’ zu sagen.“

Das Interview führte Judith Lorenzon

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