Der Verlobungsring ist ein Symbol für ein gemeinsames Versprechen und begleitet oft viele Jahre. Die Wahl des passenden Materials ist nicht nur eine Frage des Geschmacks, sondern auch eine Überlegung zu Qualität, Preis und Beständigkeit. In diesem Ratgeber erfährst du, worauf du bei der Auswahl achten solltest und wie sich die verschiedenen Materialien voneinander unterscheiden.
Wie viel kann (und darf) ein Verlobungsring kosten?
Bei der Budgetplanung gibt es keine festen Regeln. In manchen Ländern halten sich Mythen wie die Regel, drei Monatsgehälter auszugeben, doch hierzulande entscheidest du selbst, was für dich und deine Partnerin oder deinen Partner angemessen ist. Als grobe Orientierung investieren viele Menschen etwa ein halbes Nettogehalt in den Verlobungsring, doch genauso legitim sind günstigere oder teurere Ringe.
Wichtig ist, dass die Anschaffung nicht zur finanziellen Belastung wird. Bedenke, dass später auch die Eheringe angeschafft werden. Häufig ist der Verlobungsring opulenter, vor allem wenn er mit einem Diamanten besetzt ist, während die Eheringe schlichter ausfallen – allerdings sind es zwei Ringe. Überlege daher frühzeitig, wie beide Schmuckstücke zusammenpassen und wie viel du insgesamt ausgeben möchtest.
Unser Tipp: Verlobungsring umarbeiten
Viele möchten den Antragsring auch nach der Hochzeit weiterhin tragen. Eine Möglichkeit ist, den Stein des Verlobungsrings in den Ehering integrieren zu lassen oder den Ring komplett zu einem Ehering umarbeiten zu lassen. So entsteht ein neues Schmuckstück mit emotionalem Wert. Alternativ lässt sich aus dem Verlobungsring ein Anhänger für eine Kette oder ein Charm für ein Armband fertigen. Damit bleibt die Symbolik erhalten und der Ring verschwindet nicht unbeachtet in der Schmuckschatulle.
Die Materialien im Überblick
Die Wahl des Materials beeinflusst Aussehen, Preis und Trageeigenschaften deines Rings. Denke aber auch daran, dass die Optik nicht nur vom Material abhängt. Als Inspiration eignen sich Sortimente wie die Verlobungsringe von Anne Korn. Hier kannst du stöbern und bei den Ringen, die dir gefallen, das Material checken und vergleichen.
Nachfolgend findest du die wichtigsten Informationen zu den gängigsten Materialien und ihren Besonderheiten.
Verlobungsringe aus Gold: Weißgold, Gelbgold und Roségold
Weißgold: Weißgold entsteht, wenn Gold mit palladium- oder silberhaltigen Metallen legiert wird. Die Färbung ähnelt Silber oder Platin und wirkt elegant und zurückhaltend. Aufgrund der Legierung ist Weißgold härter als Gelbgold. Für den strahlenden „Weißglanz“ wird der Ring oft rhodiniert; diese Beschichtung nutzt sich mit der Zeit ab und lässt sich erneuern. Weißgold eignet sich besonders gut in Kombination mit Diamanten und ist etwas teurer als Gelbgold, aber günstiger als Platin.
Gelbgold: Das klassische Gelbgold erhält seine warme Farbe durch die Legierung mit Silber und Kupfer. Es wirkt traditionell und harmoniert mit warmen Hauttönen. Je höher der Goldgehalt (333, 585 oder 750), desto wertvoller und weicher wird der Ring. Gelbgold lässt sich problemlos anpassen und polieren, entwickelt aber im Laufe der Jahre eine natürliche Patina. Preislich liegt Gelbgold – abhängig vom Feingehalt – im mittleren bis höheren Segment.
Roségold: Roségold verdankt seinen zarten rötlichen Schimmer einem höheren Kupferanteil. Der Ton wirkt romantisch und modern zugleich und steht vielen Hauttypen. Ringe aus Roségold sind meist etwas härter als Gelbgold, weil Kupfer die Legierung stabilisiert. Die Preise bewegen sich ähnlich wie bei Gelbgold, je nach Feingehalt. Wer einen eher ungewöhnlichen, warmen Farbton mag, findet in Roségold eine ansprechende Alternative.
Verlobungsringe aus Edelstahl
Edelstahlringe überzeugen durch hohe Härte, Kratzfestigkeit und ihre dezente silberne Farbe. Sie sind deutlich günstiger als Gold oder Platin und eignen sich für ein kleineres Budget. Allerdings enthalten viele Legierungen Nickel oder andere Metalle, die bei empfindlichen Personen Allergien auslösen können. Zudem lassen sich Ringe aus Edelstahl kaum nachträglich in der Größe verändern. Optisch erinnert Edelstahl an Silber, läuft aber nicht an und benötigt wenig Pflege.
Verlobungsringe aus Titan
Titan ist extrem widerstandsfähig, dabei sehr leicht und hautverträglich. Das Material kommt ursprünglich aus der Luft- und Raumfahrt und wird aufgrund seiner grauen bis anthrazitfarbenen Optik gerne mit anderen Metallen kombiniert. Titanringe sind mittelpreisig und bieten ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis. Durch seine Härte lässt sich Titan kaum verformen; ein späteres Anpassen der Ringgröße ist nur bedingt möglich. Für Allergiker ist Titan eine gute Wahl, da das Material in der Regel frei von Nickel ist.
Verlobungsring aus Carbon
Carbon besteht aus Kohlenstofffasern in einer Kunstharzmatrix und hat eine tiefdunkle, matt schimmernde Oberfläche. Jeder Ring zeigt durch die Faserstruktur eine individuelle Maserung. Carbon ist härter als Stahl, sehr leicht und widerstandsfähig gegenüber Kratzern, Licht und Salzwasser. Es oxidiert nicht und verfärbt weder Haut noch Ring. Aufgrund dieser Eigenschaften ist Carbon ideal für aktive Menschen. Preislich sind Carbonringe oft günstiger als Edelmetalle. Ein Nachteil liegt in der fehlenden Möglichkeit, den Ring später zu vergrößern oder zu verkleinern.
Weitere Materialien für Verlobungsringe
Neben den genannten Klassikern gibt es weitere Materialien, die spannende Alternativen darstellen. Hier ein Überblick über einige davon:
- Platin: Platin gehört zu den seltensten Edelmetallen. Es ist sehr robust, schwer und behält seinen silbrig-weißen Ton über Jahrzehnte. Wegen seines hohen Preises und Gewichts gilt Platin als exklusiv und eignet sich für langlebige Ringe mit hoher Kratzfestigkeit.
- Palladium: Als Mitglied der Platinmetalle ist Palladium leichter und etwas preiswerter als Platin. Es ist widerstandsfähig, hypoallergen und besitzt einen grauen bis silbrigen Farbton. Palladium ist eine gute Alternative für alle, die einen hellen Ring wünschen, aber ein geringeres Budget haben.
- Silber: Reines Silber ist weich und neigt zum Anlaufen. Verlobungsringe aus Silber sind daher nur bedingt alltagstauglich. Sie sind günstig, müssen jedoch regelmäßig gereinigt werden. Als Erinnerungsring oder für Menschen mit kleinem Budget kann Silber eine Option sein, obwohl die Haltbarkeit begrenzt ist.
- Tantal: Dieses dunkle, nahezu schwarz wirkende Metall ist extrem widerstandsfähig, hautfreundlich und ausgesprochen selten. Tantalringe haben eine moderne, markante Ausstrahlung. Aufgrund der Seltenheit des Materials und der schwierigen Verarbeitung bewegen sich die Preise im gehobenen Bereich.
- Tungsten (Wolframcarbid) und Keramik: Diese Materialien zeichnen sich durch sehr hohe Härte und Kratzfestigkeit aus. Sie sind schwerer als Titan und fühlen sich kühl an. Ringe aus Tungsten oder Keramik lassen sich kaum anpassen, bieten aber eine moderne Optik zu moderaten Preisen.
Verlobungsring mit oder ohne Stein?
Ob ein Stein den Verlobungsring schmücken soll, hängt von deinem Stil und dem Geschmack deines Partners oder deiner Partnerin ab. Ein klassischer Diamant steht für ewige Liebe und verleiht dem Ring einen festlichen Charakter. Allerdings erhöht ein Edelstein auch den Preis und kann im Alltag bei handwerklichen Tätigkeiten stören. Ringe ohne Stein wirken schlichter, sind oft günstiger und können als Vorsteckring später neben dem Ehering getragen werden. Alternativen zum Diamanten sind farbige Edelsteine wie Saphire, Smaragde oder Morganite, die dem Ring einen persönlichen Touch verleihen. Wenn du dich unsicher fühlst, überlege, wie dein Gegenüber sonst Schmuck trägt: auffällig oder dezent?
Wie ermittelt man die passende Ringgröße für den Verlobungsring?
Die richtige Ringgröße zu treffen, ist besonders wichtig, damit der Ring gleich passt und nichts verloren geht. Es gibt verschiedene diskrete Methoden, die Größe zu bestimmen:
- Bestehenden Ring messen: Wenn dein Partner oder deine Partnerin bereits Ringe trägt, kannst du den Innendurchmesser eines passenden Rings mit einem Lineal oder einer Schieblehre messen. Viele Juweliere bieten kostenlose Ringweitenmesser oder Vorlagen zum Ausdrucken an.
- Abdruck nehmen: Drücke einen vorhandenen Ring vorsichtig in Knete, Seife oder Wachs. Anhand dieses Abdrucks kann ein Juwelier die Größe später bestimmen.
- Heimlicher Test am eigenen Finger: Probiere unauffällig einen Ring der anderen Person an einen deiner eigenen Finger und merke dir die Stelle, an der er sitzt. Diese markierte Stelle kannst du beim Juwelier ausmessen lassen.
- Faden- oder Papiermethode: Wickle einen Faden oder Papierstreifen um den gewünschten Finger, markiere die Länge und miss diese anschließend mit einem Lineal. Achte darauf, den Faden nicht zu straff anzulegen.
- Schlummertrick: Manche nutzen die Chance, den Fingerumfang zu messen, während der Partner schläft – etwa mit einem dünnen Faden. Dies sollte behutsam geschehen, um den Überraschungsmoment nicht zu gefährden.
Generell gilt: Lieber einen Ring eine halbe Größe größer wählen, denn das Verkleinern gelingt leichter als das Vergrößern. Beachte außerdem, dass Ringe aus Titan, Edelstahl, Carbon oder Tungsten später kaum veränderbar sind – hier ist eine exakte Größenbestimmung besonders wichtig.
Unter Tipp zum Weiterlesen: Die Ringgröße heimlich herausfinden
Fazit: Den eigenen Stil im Blick behalten
Der perfekte Verlobungsring ist ein Zusammenspiel aus Material, Design, Budget und persönlichem Empfinden. Ob edles Gold, modernes Carbon oder klassisches Platin – jedes Material bringt seine eigenen Stärken mit. Entscheidend ist, dass der Ring zu euch und eurem Leben passt. Lasst euch Zeit bei der Auswahl, probiert unterschiedliche Varianten aus und achtet darauf, dass das Schmuckstück eure Beziehung widerspiegelt. Am Ende zählt vor allem die gemeinsame Botschaft, die ihr mit dem Ring verbindet.

