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Was wäre ein Polterabend ohne Scherben? Damit die Party ihrem Namen gerecht wird, müssen Teller und Tassen, Kaffeekannen und Suppenschalen zu Bruch gehen. Es muss scheppern und krachen, damit böse Geister symbolisch vertrieben werden und dem Paar auf ewig fernbleiben. Doch Vorsicht, nicht jede Sorte Scherben am Polterabend bringt Glück und Harmonie für die Ehe.

Glück und Segen statt Pech und böse Geister

Aus dem Mittelalter stammende Belege bestätigen, dass der Polterabend zu dieser Zeit als Ritual für den Übergang vom Junggesellenleben zur Ehe gefeiert wurde. Ursprünglich beging man den Brauch am Abend vor der Hochzeit und polterte bis Mitternacht. Heute poltern Paare gern ein paar Tage eher, um am Hochzeitstag ausgeruht zu sein. Nach wie vor jedoch ausschließlich mit Porzellan, Keramik und Steingut.

Scherben am Polterabend
© Photo by Congerdesign on Pixabay

Glücksbringende Scherben am Polterabend

Die Überzeugung, dass Scherben Glück bringen, stammt vermutlich von Töpfern, die mit Ton arbeiteten und Vorratsgefäße herstellten. Wohlhabende, sicher versorgte Familien besaßen zahlreiche Tongefäße – und wurden als glücklich betrachtet. Ein Tongefäß zu entbehren und damit Lärm zu veranstalten, um böse Geister zu vertreiben, wurde wahrscheinlich auch als eine Art Opfergabe betrachtet.

Glasware sollte am Polterabend keinesfalls zu Bruch gehen, denn es verursache fiese, kleine Splitter, die kaum zusammenzufegen sind. Außerdem soll es Unglück bringen. Für Spiegelscherben gilt das auf jeden Fall – nicht nur das Brautpaar, sondern auch der werfenden Gast haben dann, glaubt man alten Volksweisheiten, sieben Jahre Unglück.

Gepoltert wird üblicherweise, indem die eintreffenden Gäste ihr mitgebrachtes Poltergut werfen. Danach bekommen sie einen Schnaps, mit dem sie auf das Wohl des Brautpaares anstoßen. Möglich ist auch, dass alle zusammen poltern und gemeinsam trinken. Es empfiehlt sich, dass ein Bereich für das Poltern abgegrenzt wird.

Scherben am Polterabend
© Photo by Alexandre Valdivia on Unsplah

Wohin mit den Scherben?

Es ist üblich, dass das Brautpaar die Scherben zusammenkehrt. Das steht für die Aufgaben und Herausforderungen, welche die beiden in Zukunft zusammen meistern müssen. In manchen Regionen ist es Brauch, dass nur der Bräutigam die Scherben zusammenfegt. Dies als Zeichen dafür, dass er den Besen nicht zum letzten Mal in die Hand nimmt. Gern hebt das Paar einige Scherben auf, um daraus ein Bild zu machen, das als Andenken an diesen Tag dient. Ihr solltet Euch vorher Gedanken machen, wo und wie Ihr die Scherben am Polterabend entsorgt. Eine Mulde zu kaufen ist ein eher teures Unterfangen. Sprecht lieber mit einem Recyclingcenter oder bringt die Scherben als Bauschutt zu einer Mülldeponie.

Als weitere beliebte Bräuche für den Polterabend werden die Hose des Bräutigams verbrannt und die Schuhe der Braut an einen Baum genagelt. Diese beiden Rituale symbolisieren, dass er diesen Hosen nicht mehr anhat und sie nicht mehr weglaufen kann. Also haltet Euch Ersatzhose und -schuhe bereit.

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