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Rund um die Hochzeit gibt es allein im deutschen Sprachraum so viele Bräuche, das man nicht alle durchführen kann … oder sollte. Viele beliebte Hochzeitsbräuche finden unmittelbar nach dem Ja-Wort statt, andere im Verlauf der Feier. Wir stellen Euch die populärsten vor.

Gepflogenheiten aus alten Zeiten

Die meisten Hochzeitsbräuche bestehen aus Handlungen, die das Brautpaar gemeinsam vornimmt, doch ein von sehr vielen Bräuten gepflegter Brauch bezieht sich auf die Kleidung. Wer kennt den Spruch nicht: Etwas Altes, etwas Neues, etwas Geborgtes und etwas Blaues. Er stammt aus Großbritannien (Original: Something old, something new, something borrowed, something blue – and a silver sixpence in the shoe). Den einzelnen Teilen des Spruches kommt dabei jeweils eine Bedeutung zu. So steht das Alte für die Vergangenheit der Braut und das Neue für den neuen Lebensabschnitt der Ehe. Das Geborgte symbolisiert das von einer schon verheirateten Freundin oder Verwandten ausgeliehene Glück. Das Blaue steht natürlich ganz für Treue und Hoffnung. Der Silberpfennig, der von englischen Bräuten in den Schuh gelegt wird, soll dem Paar Wohlstand bringen.

Beliebte Hochzeitsbräuche bei der Trauung

Die Blumenmädchen bestreuen den Gang, auf dem die Braut zu ihrem Bräutigam schreitet, mit Blütenblättern. Damit symbolisieren sie die Entwicklung vom sorglosen Kind zur verantwortungsvollen Ehefrau. Die Tradition der Brautjungfern stammt aus dem alten Rom und dient der durch die ähnliche Kleidung erhoffte Ablenkung von bösen Geistern. Das versprachen sich die Bräute früher auch durch den Schleier – in vielen Quellen heißt es, dass die Braut dadurch vor dem bösen Blick geschützt war.

Beliebte Hochzeitsbräuche
© hochzeitsfotograf on pixelio.de

Beliebte Hochzeitsbräuche nach der Trauung

Unmittelbar nach der Trauung bekommen viele Paare Scheren in die Hände gedrückt. Damit müssen Sie ein auf ein Laken gemaltes Herz ausschneiden. Die Braut auf dem Arm steigt der Bräutigam durch das ausgeschnittene Herz, was den ersten Schritt in die Ehe symbolisiert. Stolpern sollte er also nicht. Ein deutlich älterer Brauch besteht im gemeinsamen Baumstammsägen, womit das Hochzeitspaar zeigt, was für ein gutes Team es ist. Insbesondere in ländlichen Gegenden ist das Spalierstehen der Gäste üblich. Damit verdeutlichen die Gäste dem Frischverheirateten, dass sie ihnen sowohl zur Seite, hin und wieder aber auch im Weg stehen könnten. Reis werfen ist als alte Tradition ein Symbol für Fruchtbarkeit. Weil es vor vielen Kirchen wegen des damit verbundenen Fegeaufwands nicht gern gesehen wird, wird der Brauch oft durch das Schwenken von Wedding Wands oder Seifenblasen ersetzt. Die Dosen am Hochzeitsauto sollen den gleichen Effekt haben wie Scherben zum Polterabend: Auf der Fahrt von der Kirche zur Party-Location sollen sie böse Geister mit Lärm vertreiben.

Beliebte Hochzeitsbräuche
© DaviPeixoto

Beliebte Hochzeitsbräuche bei der Feier

Das Läuten von Hochzeitsglöckchen ist als Hochzeitsbrauch aus dem englischsprachigen Raum zu uns geschwappt. Hierfür bekommt jeder Gast ein Glöckchen oder bringt ein eigenes mit. Wann immer sich Braut und Bräutigam küssen, werden die Glöckchen geläutet, was im Chor einfach himmlisch klingt. Traditionell wird auf der Feier eine Hochzeitssuppe gegessen, dessen wichtigste Zutat das Salz ist. Glaubt man dem Volksmund, sorgt es für gesunde Kinder. Mit dem Anschneiden der Hochzeitstorte stellt sich bekanntermaßen heraus, wer in der Ehe das Sagen hat. Den Braustrauß zu werfen, hat sich gegen Ende des Mittelalters etabliert, als es für die Junggesellinnen Usus war, ein Stück vom Brautkleid zu ergattern. Mit schöner werdenden Kleidern wollten die Bräute das gute Stück im Ganzen tragen und boten deshalb die Blumen an. Aus dieser Zeit stammt auch die Tradition, das Strumpfband abzutanzen. Statt wie früher im Schlafgemach des Hochzeitspaares geschieht das heute gegen Ende der Feier.

 

 

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